Gelegentlich wird von Kundenseite die Anfrage an uns herangetragen, was der Hintergrund des 2:1 Ideals sei. Außerdem empfehlen Ärzte hin und wieder eine zeitlich versetzte Aufnahme von Calcium zu Magnesium bei mangelnder Versorgung des menschlichen Organismus mit einem dieser Mineralien. Wie diese beiden wissenschaftlich fundierten Standpunkte zueinander passen, erläutert Bettina Schießer vom Institut für Sporternährung e.V. exklusiv für Rosbacher.de.
Rosbacher: Frau Schießer, welche Empfehlung sprechen Sie als Ernährungsexpertin aus, wenn der Arzt einen Calcium- oder Magnesiummangel feststellt?
Bettina Schießer: Wird vom Arzt beispielsweise ein Calciummangel festgestellt, sollten Calciumpräparate zeitlich versetzt von Magnesiumpräparaten eingenommen werden. Calcium und Magnesium stehen im Körper im Wechselspiel. Sie werden über die selben Transporter vom Darm ins Blut befördert. Eine zeitgleiche Einnahme von Magnesiumpräparaten würde folglich die Verwertung von Calciumpräparaten verschlechtern. Das gleiche gilt bei einer Medikamentierung bei Magnesiummangel, auch hier sollten Calciumpräparate nicht unbedingt in Verbindung mit Magnesiumpräparaten aufgenommen werden. Ziel einer Medikamentierung mit Calciumpräparaten bzw. Magnesiumpräparaten ist es, einen Monomangel, also ein Calcium- oder Magnesiummangel im Organismus aufzuheben…nämlich durch eine einseitige Aufnahme eines Mineralstoffs.
Rosbacher: Von Mangelerscheinungen abgesehen, wann ist eine Zufuhr von Calcium zu Magnesium im Verhältnis von 2:1 sinnvoll?
Bettina Schießer: Jenseits einer medikamentösen Therapie oder medikamentösen Behandlung eines Calcium- bzw. Magnesiummangels sollte die Calcium-Magnesium-Zufuhr idealerweise im Verhältnis 2:1 Calcium zu Magnesium erfolgen. Durch eine Calcium-Magnesium-Aufnahme im Verhältnis 2:1 wird eine einseitige Aufnahme der Mineralstoffe vermieden, die jeweils den anderen Mineralstoff beeinträchtigten würde. Um die gleichzeitige Versorgung von Calcium und Magnesium zu gewährleisten, ist mineralstoffreiches Mineralwasser empfehlenswert, ideal mit einem Calcium-Magnesium-Verhältnis von 2:1. Denn in diesem 2:1-Verhältnis benötigt der Körper diese Mineralstoffe.
Rosbacher: Warum sollte der Konsument überhaupt zu natürlichem Mineralwasser greifen?
Bettina Schießer: In Studien wurde belegt, dass Mineralwässer wichtige Lieferanten für diese Mineralstoffe sind und einen wichtigen Beitrag zur Bedarfsdeckung leisten können. Einige Untersuchungen belegen, dass die Resorptionsrate von Calcium aus Mineralwasser genauso hoch ist wie die aus Milch, insgesamt höher als aus einigen Magnesium- oder Calciumpräparaten. Auch für den Ausgleich der Mineralstoffe über den Schweiß spricht das 2:1-Verhältnis: In einem Liter Schweiß werden 40 mg Calcium und 20 mg Magnesium ausgeschieden, also auch hier wieder das Verhältnis 2:1. Und genau in diesem Verhältnis sollten Sie dem Körper durch ein Mineralwasser wieder zugeführt werden.
Rosbacher: Haben Sie eine Empfehlung bei weitergehendem Interesse rund ums Thema Trinken?
Bettina Schießer: Wir empfehlen unser Buch "Trink Dich fit" (ISBN: 3-89566-193-7). Es erläutert die physiologischen Zusammenhänge des Wasserhaushaltes, gibt sportartenspezifische Ratschläge für das richtige Trinken und stellt die Unterschiede zwischen verschiedenen Getränken her. Es enthält umfangreiche Warenkunde, ein ABC der Sporternährung und vieles mehr.
Rosbacher: Frau Schießer, danke für das Gespräch!