Ernährung:

Mythen rund ums Wasser

02. Januar 2013

Wasser ist Leben

Wasser ist Leben! Dass unser täglich Wasser lebensnotwendig ist, steht außer Frage, ebenso die zahlreichen Funktionen, die Wasser in unserem Organismus ausübt. Darüber hinaus kursieren aber zahlreiche Volksweisheiten rund um das Thema Trinken. Viele davon halten sich hartnäckig, obwohl sie wissenschaftlich nicht bewiesen sind:

Während dem Essen darf nicht getrunken werden

Die zusätzliche Flüssigkeit verdünnt angeblich die Magensäfte, so dass die Verdauung nicht mehr optimal ablaufen kann. Aber ganz im Gegenteil: Es ist sogar wichtig während dem Essen zu trinken, insbesondere wenn man auf das Gewicht achten möchte. Dadurch erreicht der Magen eine gewisse Fülle und man fühlt sich trotz kleiner Portion angenehm satt. Des Weiteren hilft Flüssigkeit bei der Verdauung der Speisen, denn Wasser ist Transport- und Lösungsmittel für die Nährstoffe und wichtig für das Quellen des Speisebreis im Darm. 

Rosbacher MediumViel hilft viel

Nach dem Motto „viel hilft viel“ werden oftmals Unmengen an Flüssigkeit konsumiert. Ein Trinken über den Bedarf hinaus liefert allerdings keinen Zusatznutzen. Wird mehr Wasser aufgenommen als direkt benötigt, wird es über den Urin ausgeschieden. Ein Zuviel an Wasser kann in Extremfällen sogar negative Auswirkungen auf unseren Organismus haben, z.B. bei hohen Schweißverlusten durch sportliche Aktivität, Saunagänge oder hohe Außentemperaturen. Mit jedem Liter Schweiß geht dem Körper dann nicht nur Flüssigkeit, sondern wichtige Mineralien verloren. Werden die Flüssigkeitsverluste dann nur mit mineralstoffarmen Wasser ausgeglichen, ist das die falsche Wahl. Sind nicht genügend Mineralstoffe im Getränk vorhanden, kann weniger Wasser im Blut gebunden werden. Es strömt in das Gewebe und kann zum Beispiel im Gehirn die Nährstoffversorgung einschränken. Empfehlenswert sind 1,5 Liter mineralstoffreiches Mineralwasser über den Tag verteilt getrunken. 

Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Koffein hat tatsächlich einen harntreibenden Effekt. Dieser hängt von der Menge und von der Häufigkeit des Kaffeekonsums ab. Allerdings ist diese Wirkung bei regelmäßigen Kaffeetrinkern aufgrund eines Gewöhnungseffektes kaum mehr feststellbar. Selbst hohe Koffeinkonzentrationen werden innerhalb von 3 bis 7 Stunden kompensiert. Schon nach kurzer Zeit besteht im Organismus wieder ein Flüssigkeits- bzw. Wassergleichgewicht. Täglich bis zu 4 Tassen Kaffee bzw. 350 mg Koffein wirken somit nicht negativ auf den Wasser- und Elektrolythaushalt. 

SalzstangenCola und Salzstangen helfen bei Durchfall

Das größte Problem bei Durchfall ist der Wasserverlust, dieser wird durch den Genuss von Cola zusätzlich gesteigert. Denn Cola enthält viel Zucker, der verstärkt das Ausscheiden von Wasser durch den Darm. Das in der Cola enthaltene Koffein regt außerdem die Nieren an. Bei Durchfall also lieber Finger weg von Cola!

Zu Kirschen darf kein Wasser getrunken werden

Früher war das einmal so, denn das Wasser war stark mit Keimen belastet. Diese konnten dann in Verbindung mit Steinobst im Magen zu starken Blähungen und Durchfällen führen. Bei der Qualität des heutigen Trinkwassers ist das aber kein Thema mehr. 

Schnaps regt die Verdauung an

Schnaps vertreibt zwar das Völlegefühl direkt nach der Mahlzeit, da er zunächst die Produktion von Magensäure fördert und die Magenentleerung beschleunigt. Die Verdauung wird dabei aber nicht angekurbelt - im Gegenteil, Schnaps verzögert sie sogar noch, da der Organismus sich zunächst einmal mit dem Abbau des Alkohols beschäftigen muss. Außerdem summiert sich jedes Gläschen Schnaps mit zusätzlichen Kalorien in der Tagesbilanz.

Mythen und Volksweisheiten haben sich über Jahrzehnte in unseren Köpfen festgesetzt. Mythen „überleben“ daher länger als medizinische Erkenntnisse. Aber: Die (ernährungs-)wissenschaftliche Wahrheit von heute kann morgen schon wieder Vergangenheit sein. Von daher haben Mythos und Wissenschaft etwas gemeinsam: Man muss an sie glauben!


Weitere Informationen zum Thema „Mythen rund ums Wasser“ erhalten Sie gegen Einsendung von 1,45 Euro in Briefmarken für das Rückporto beim

INSTITUT FÜR SPORTERNÄHRUNG e.V.
Stichwort: „Mythen rund ums Wasser“
In der Aue 30-32
61231 Bad Nauheim
oder unter www.isonline.de.

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